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KoKonsum für Parkplätze? Ein Interview mit parku´s CEO Urs Fischer

„Finde nahe gelegene Parkplätze, buche in Echtzeit oder bis zu 30 Tage im Voraus und bezahle bequem bargeldlos mit Kreditkarte oder PayPal – online oder unterwegs mit der parku App.“
Das war die Herausforderung eines jungen schweizer Teams; das ist der nun angebotene Dienst eines entwickelten Startups! Wir haben mit Urs Fischer – dem CEO von parku – gesprochen.


Hallo Urs! Können Sie vielleicht ein wenig über den Anfang Ihres Start-ups sprechen? Seit wann existiert parku?

Parku wurde im Jahr 2012 in der Schweiz gegründet und ist dort seit Januar 2013 am Markt. Die Idee zum Parkplatz-Sharing entstand angesichts der in europäischen Metropolen herrschenden Parkplatznot, die die Gründer und Geschäftsführer von parku  selbst immer wieder deutlich zu spüren bekamen (und bekommen) – zum Beispiel bei ihrem Auslandsaufenthalt in Amsterdam, wo der Preisunterschied zwischen der Monatsmiete eines Parkplatzes und der eines Apartments zum Teil verschwindend gering ist.
Gerade in der Innenstadt sind öffentliche Parkplätze knapp, nicht reservierbar und teuer. Gleichzeitig stehen aber Parkplätze von Privatpersonen während ihrer Arbeitszeit leer, Garagen und Parkhäuser von Unternehmen, Geschäften und Hotels bleiben außerhalb der Geschäftszeiten oder der Saison meist ungenutzt – obwohl sie in der Nähe von attraktiven Orten liegen. Ebendiese Parkflächen machen wir mit unserem Sharing-Konzept nutzbar, wodurch die  Autofahrern zur Verfügung stehende Parkplatzanzahl erheblich erhöht wird.

Gerade in der Innenstadt sind öffentliche Parkplätze knapp, nicht reservierbar und teuer. Gleichzeitig stehen aber Parkplätze von Privatpersonen während ihrer Arbeitszeit leer.

Die Idee wurden von den Schweizern dankend angenommen: In Zürich, wo parku als Erstes lanciert wurde, stellten etliche Parkplatzbesitzer ihre Stellflächen innerhalb kürzester Zeit auf unserer Plattform ein in dem Bewusstsein, dass alle Beteiligten vom Prinzip ‚Teilen‘ profitieren. Schon bald wurde deutlich, dass das Konzept aufgeht, wodurch die kritische Masse an Parkplätzen schnell erreicht werden konnte – schließlich konnte sich parku gegenüber dem damals größten und mittlerweile nicht mehr existenten Mitbewerber ‚park it‘ behaupten und als Marktführer durchsetzen.

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Urs Fischer – der CEO hinter parku

 

Sind Sie mit der bisherigen Entwicklung von parku zufrieden? Haben Sie ebenso viel Nachfrage wie Angebot?

Angesichts der positiven Resonanz – nicht nur von Schweizer Seite – und der insgesamt 4.500 Parkplätze in 17 Städten, stolzen 20.000 registrierten Nutzer sowie 72.000 App-Downloads sind wir mit der bisherigen Entwicklung sehr zufrieden. Führt man sich diese Zahlen vor Augen, wird schnell deutlich, dass die Nachfrage enorm ist. In Anbetracht der Vielzahl an Unternehmen, Hotels und Immobilienfirmen ist das Angebotspotenzial ebenfalls eminent und gilt, auch außerhalb der Schweiz schnellstmöglich erschlossen zu werden.

Haben Sie den Plan, parku auch in anderen Ländern zu etablieren?

Unsere schnell erlangte Marktführerschaft in der Schweiz hat uns darin bestärkt, das Sharing-Konzept europaweit zu etablieren.Denn Parkplatzmangel ist nicht nur ein städte-, sondern auch länderübergreifendes Problem.

Weitere europäische Länder sollen folgen.

Daher sind wir noch im selben Jahr expandiert und haben unseren Service bereits im November 2013 in Berlin gelauncht. Inzwischen sind wir in weiteren deutschen Großstädten wie München, Hamburg und Düsseldorf vertreten. Seit Ende des letzten Jahres sind wir auch in Wien und Amsterdam aktiv, wo wir unseren Service so schnell wie möglich auf den Markt bringen wollen. Weitere europäische Länder sollen folgen.

Der größte Vorteil Ihres Services ist die praktische Seite: parku ermöglicht es nämlich, leicht und schnell einen Parkplatz zu finden. Sind die Angebotspreise auch günstiger als die Preise von „normalen“ Parkplätzen?

Parkplatzbesitzer können ihre Stellflächen bei parku kostenlos inserieren und dank unserer professionellen Vermarktung die Auslastung ihrer Stellplätze erhöhen und über die (zusätzlichen) Parkeinnahmen Geld verdienen. Die jeweils anfallende Parkgebühr legen nicht wir, sondern die Besitzer selbst fest. Wir geben ihnen allerdings in Abhängigkeit von der Lage der Stellplätze Preisempfehlungen. Insbesondere in der Nähe von Flughäfen und Event-Locations bieten wir zumeist die günstigere Alternative.

Denn Parkplatz-Sharing ist umweltfreundlich und ressourcenschonend, da durch das vereinfachte Auffinden eines Parkplatzes der Suchverkehr deutlich minimiert werden kann. Dies führt wiederum zu einem reduzierten CO2-Ausstoß sowie geringeren Benzinverbrauch.

Darüber hinaus hat unser Service noch eine Vielzahl weiterer Vorteile: So können Autofahrer die auf unserer Plattform inserierten Parkplätze über die parku-Webseite und -App in Sekundenschnelle finden und bis zu 30 Tagen im Voraus, aber auch spontan von unterwegs aus buchen. Mittels In-App-Navigation können sie sich direkt zum reservierten Parkplatz navigieren lassen. Auf diese Weise wird Parken endlich planbar und der innerstädtische Suchverkehr enorm reduziert. Hinzu kommt, dass sich viele unserer Parkplätze als sicherer Abstellort erweisen, da sie sich in Tiefgaragen und hinter Schranken befinden, die mit unserer innovativen SESAM-Technologie ganz einfach via Smartphone geöffnet werden können. Diese Vorteile sind für die Mehrzahl der Autofahrer noch vor dem Preis die primären Motive, unseren Service zu nutzen, wie eine kürzlich von uns durchgeführte Umfrage unter parku– Usern ergeben hat.

Heutzutage sind die unabhängigen Parkplätze im Umfeld von Flughäfen im Aufwind. In Bezug auf die sehr hohen Preise ist es verständlich, dass man eine günstigere Alternativen finden will. Start-ups wie Tripndrive schlagen einen anderen Service vor: Sie mieten die parkenden Autos. Das ist also lukrativ für den Autobesitzer und günstig für den Mieter – und zudem ökologisch! Kennen Sie dieses Prinzip? Wollen sie nicht in eine ähnliche Richtung gehen?

Aus diesem Grund hat parku auch Parkplätze in Flughafennähe im Angebot – und ist zugleich ebenfalls ökologisch: Denn Parkplatz-Sharing ist umweltfreundlich und ressourcenschonend, da durch das vereinfachte Auffinden eines Parkplatzes der Suchverkehr deutlich minimiert werden kann. Dies führt wiederum zu einem reduzierten CO2-Ausstoß sowie geringeren Benzinverbrauch. Insofern finden wir nachhaltigkeitsfördernde Geschäftsideen, wie die von Tripndrive, unterstützenswert und sind stolz, ein Teil der ebensolche Vorteile bietenden Sharing Economy zu sein.

Was ist das Schwierigste für ein Start-up, das sich am Markt etablieren will? Haben Sie Ratschläge für junge Unternehmer? Spielen Partner eine große Rolle?

Start-ups brauchen vor allem jede Menge Geduld und Biss, wenn sie ein disruptives Geschäftsmodell verfolgen. Das Wichtigste dabei ist es, sich zu fokussieren und die eigene Idee mit viel Leidenschaft voranzutreiben. Wer zu viele Baustellen auf einmal eröffnet, kann das Ziel schnell aus den Augen verlieren. Partner spielen hierbei eine große Rolle. Es gilt, sie sehr überlegt auszuwählen und zu prüfen, wer das Geschäft mit relevantem Know-how am weitesten vorwärts bringt.

Vielen Dank Urs für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!